Bürgerverein Fasanenhof - Hier leben wir e.V.
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Im vergangenen Februar hatte die Stadtverwaltung das geplante Bauvorhaben am Logauweg/Eichwiesen im Bezirksbeirat vorgestellt und angekündigt, schon in diesem Sommer ein Wettbewerbsverfahren zu starten (Wir berichteten hier... und positionierten uns hier...). Einhellig war der Bezirksbeirat damals der Auffassung, dass man weder mit ihm noch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Fasanenhofs so umgehen könne. Er forderte damals zurecht eine eingehende Vorstellung und Aussprache des geplanten Bauvorhabens ein. Diese waren dann auf den 13. Mai angesetzt. Corona macht dem aber einen Strich durch die Rechnung. Die Sitzung fiel pandemiebedingt aus und fand stattdessen am vergangenen Mittwoch (15. Juli) statt.

Wie sich in dieser Sitzung des Bezirksbeirats zeigte, hat die Stadtverwaltung die Zeit genutzt, sich nochmal über ihre geplante Vorgehensweise Gedanken zu machen. Mit dafür verantwortlich waren sicherlich auch unsere Rückmeldungen und die der Bewohnerinnen und Bewohner zum geplanten Bauvorhaben. Der Bezirksbeirat hat schließlich dem Zielbeschluss unter der Maßgabe zugestimmt, dass eine Grunddienstbarkeit ins Grundbuch aufgenommen wird, die verhindern soll, dass  keine Klagen gegen die Sportvereinstätigkeit möglich sind.

Die Stadtverwaltung wiederum hat auch klar gemacht, dass das Bauvorhaben durchgeführt werden wird. Wobei derzeit aber unklar ist, wie die angedachte Bebauung mit 200 – 250 Wohnungen, dem Pflegeheim mit 90 Pflegeplätzen, den zwei Kindertagesstätten mit 12 Gruppen, der Pflegewohngemeinschaft mit acht Plätzen und den 15 bis 20 Wohneinheiten für Baugemeinschaften auf der kleinen Fläche umsetzbar ist.

Jetzt stellt sich das weitere Vorgehen wie folgt dar:

Am kommenden Dienstag (21. Juli) soll der zuständige Gemeinderatsausschuss den so genannten Zielbeschluss fassen, der das weitere Vorgehen festlegt. Der Vorlage des Zielbeschlusses zufolge soll im Spätsommer eine Informationsveranstaltung im Fasanenhof durchgeführt werden, die der Vorstellung und Aussprache über das „Wie?“ der Bebauung dienen soll. Ein Termin steht noch nicht fest, er soll über die Presse bekannt gemacht werden. (Sobald wir davon Kenntnis haben, werden wir an dieser Stelle berichten.) Anschließend soll der Aufstellungsbeschluss in den Bezirksbeirat zur Zustimmung und in den zuständigen Gemeinderatsausschuss zur Beschlussfassung gehen. Erst danach wird das angekündigte Wettbewerbsverfahren durchgeführt werden. In der Vorlage des Zielbeschlusses steht jetzt auch, dass die Öffentlichkeit am weiteren Verfahren beteiligt werden soll.

Was jetzt wichtig ist:

Durch das Bauvorhaben würde auf derzeit unbebautem Gelände ein ganz neues Quartier entstehen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung muss diesem Umstand gerecht werden: Der Bürgerverein setzt sich dafür ein, dass dort bezahlbare Miet- und Eigentumswohnungen vor allem für junge Familien entstehen. Daher sollten sich diese mit ihren Vorstellungen ernsthaft in die Ausgestaltung des neuen Quartiers einbringen können. Natürlich wollen auch wir uns für die Bewohnerinnen und Bewohner des Fasanenhofes im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung einsetzen.

Und ganz grundsätzlich: Gerade dieses Bauvorhaben sollte Bestandteil des schon von der Bürgerempfehlung geforderte Gesamtkonzepts zur angemessenen Weiterentwicklung des Fasanenhofs sein. Wobei es nicht zuletzt darum geht, eine tatsächlich attraktive „grüne Wohnsiedlung im Grünen“ ganz nach dem Architekturprinzip des Fasanenhofs entstehen zu lassen und die zukünftig überbauten Grünflächen vor Ort auszugleichen.

Die Sitzungsvorlage für den Zielbeschlusses am 21. Juli und die Planunterlagen finden Sie im Anhang. 

Auf der Grünfläche am Logauweg ist ein Bauvorhaben in Planung. Zu diesem Vorhaben ist uns aktuell Folgendes bekannt:

Die Grünfläche am Logauweg gehört mittlerweile zu 75 Prozent einem privaten Investor. Die restlichen 25 Prozent sind im Besitz der Stadt. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine sogenannte Gemeinbedarfsfläche. Voranging wäre dort also der Bau sozialer Einrichtungen möglich, auch wenn laut heute geltendem Bebauungsplan Wohnungsbau nicht ganz ausgeschlossen ist.

Laut Stadtverwaltung stellt sich der Investor dort den Bau von 200 bis 250 Wohneinheiten vor. Um dies umsetzen zu können, muss der aktuelle Bebauungsplan geändert werden.

Die Stadt sieht zusätzlich zur Wohnbebauung des Investors Bedarf an einem Pflegeheim mit 90 Plätzen, zwei Kindertagesstätten mit insgesamt 12 Gruppen, einer Pflegewohngemeinschaft mit acht Plätzen und an 15 bis 20 Wohneinheiten für Baugemeinschaften. Die Dimension des Vorhabens ist damit umfangreicher als die Nachverdichtung am Ehrlichweg und grenzt wohl an die Dimension des Vorhabens am Europaplatzes.

Die städtischen Vorstellungen beanspruchen mehr Fläche als die Stadt am Logauweg besitzt. Der Investor wird daher wohl Abstriche von seinen Vorstellungen machen müssen.

Das Grundstück hat eine zentrale Bedeutung für die Kaltluftproduktion und damit für das gesamte Stadtklima. Zudem liegt es in unmittelbarer Nähe der A8 und der B27. Die Lärmbelastung spielt bei diesem Vorhaben also eine Rolle.

Die Stadtverwaltung strebt an, ein Wettbewerbsverfahren in diesem Sommer zu starten. Das Ergebnis des Verfahrens soll dann die Grundlage für die Aufstellung des neuen Bebauungsplans sein.

Über die Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner des Fasanenhofs hat die Stadt unterschiedliche Aussagen gemacht: Im Unterausschuss Wohnen des Gemeinderats vom 16. Dezember 2019 bekundete sie, dass sie sich eine Beteiligung vorstellen könne. In der Sitzung des Bezirksbeirats vom 12. Februar 2020 konnte sich die Stadt eine Beteiligung nicht so richtig vorstellen, bekundete aber dies mitnehmen zu wollen.

Mit diesem Wissen positionieren wir uns zum Bauvorhaben am Logauweg:

  1. Ein neues Quartier am Logauweg kann eine Chance für eine positive Weiterentwicklung des Fasanenhofs darstellen. Zusätzliche Kita-Gruppen sind schon heute dringend notwendig.
  2. Wir appellieren an die Stadtverwaltung und ihre Spitze, das Vorhaben von Beginn an mit den Bewohnerinnen und Bewohnern als Experten in eigener Sache unvoreingenommen anzugehen.
  3. Grundlage des weiteren Vorgehens sollten die 15 Grundsätze der Bürgerempfehlung sein, die Bewohnerinnen und Bewohner in der Bürgerbeteiligung „Quartier Ehrlichweg“ für eine angemessene soziale, ökologische und städtebauliche Weiterentwicklung des Fasanenhofs erarbeitet haben.
  4. Bevor der Wettbewerb beginnen kann, sollte der ökologische Wert der Fläche neu erhoben werden. Von einer Bebauung sollte im Interesse der Stadtbevölkerung abgesehen werden, wenn der ökologische Wert, den die Fläche auch für die Gesamtstadt hat, einer Bebauung entgegensteht.
  5. Sollte eine Bebauung möglich sein, wäre das Architekturprinzip des Fasanenhofs dem weiteren Vorgehen zugrunde zu legen. Für die Baugemeinschaften sollte ein eigenes Wettbewerbsverfahren vorgesehen werden.
  6. Die Tätigkeit des SV Fasanenhofs darf während und auch nach einer Bebauung nicht eingeschränkt werden. Er stellt ein wichtiges soziales Bindeglied des Stadtteils dar.

Der Bürgerverein Fasanenhof ist selbstverständlich sehr gerne bereit, sich unvoreingenommen im Interesse aller Bewohnerinnen und Bewohner des Fasanenhofs in die positive Weiterentwicklung des Stadtteils einzubringen. Sehr gerne knüpfen wir dabei an unsere positiven Erfahrungen aus dem Projekt Soziale Stadt an.