Wohnen

Deutscher Bauherrenpreis 2013

Deutscher Bauherrenpreis 2013
Modernisierung
geht nach Stuttgart-Fasanenhof


Die energetische Modernisierung des Doppel-Wohn-Hochhauses Fasan II in Stuttgart
wurde am Mittwochabend in Berlin mit dem Deutschen Bauherrenpreis Modernisierung
ausgezeichnet. Besondere Beachtung fand dabei die Einzigartigkeit, dass der "Bauherr" in
diesem Falle eine Eigentümergemeinschaft von 148 Eigentümern war, und es gelungen
ist, trotz der dabei unvermeidlichen Meinungsvielfalt zu einem herausragenden Ergebnis
zu kommen.
Aus den Votum der Jury:
"Mitte der 1960er Jahre wurden die beiden über mehrere Brücken verbundenen Türme vom Hamburger
Wohnungsunternehmen „Neue Heimat“ gebaut.
Der „Fasan II“, das Doppelhochhaus am Hauptzentrum Europaplatz, ist eine markante Landmarke, die von
den Bundesfernstraßen aus auf den Stadtteil hinweist. Das 20-geschossige Gebäude aus Betonfertigteilen
wurde nachhaltig energetisch optimiert und in seiner Nutzungsqualität verbessert.
Die größte Herausforderung war es, ein Sanierungskonzept zu entwickeln, das für alle 148 Eigentümer
finanzierbar und durch eine möglichst kurze Amortisationszeit wirtschaftlich darstellbar war. Die heterogene
Zusammensetzung und Größe dieser Eigentümergemeinschaft erforderte eine außerordentlich umfangreiche
Beratungsleistung durch die Architekten.
Die durchgeführten Maßnahmen des Sanierungs- und Energiekonzeptes verknüpften beispielgebend die
nachhaltige Reduzierung des Energieverbrauches mit einer Steigerung des Wohnkomforts. Die
Zwillingshäuser Fasan II sind einer extrem hohen Verkehrslärmbelastung durch Flughafen, Autobahn und
Bundesstraße ausgesetzt. Dieser Lärmbelästigung konnte insbesondere durch Verglasungsmaßnahmen
begegnet werden.
So mindert beispielsweise die Umwandlung der Loggien zu Wintergärten die enormen Schallimmissionen;
gleichzeitig unterstützt die Wintergartenverglasung den neuen Wärmeschutz der Außenwände durch passive
Solarenergienutzung. Auch die Laubengänge wurden mit Verglasungen geschlossen und so in den warmen
Gebäudebereich integriert.
Eine moderne Wärmepumpe und eine Brennwert-Heizung liefern Energie für alle Haushalte. Durch die
Modernisierung zu einem KfW-130-Haus können die Bewohner des Gebäudes bis zu 60 Prozent Energie
einsparen. Das Energieberatungszentrum Stuttgart (EBZ) begleitete das Projekt. Das Hochhaus mit seiner
für das Baujahr 1965 typischen Fertigteilbauweise hat trotz der kompletten Überarbeitung der Fassade
seinen Charakter bewahrt und trägt so weiterhin zur Identität des Stadtteils Fasanenhof bei."

DIPL.-ING. HANS MARTIN MADER · FREIER ARCHITEKT BDA