Strassennamen

Die Texte sind entnommen aus:

„Die Stuttgarter Straßennamen“ Silberburgverlag
Herausgeber Landeshauptstadt Stuttgart

Graf-von-Galen-Straße

benannt 1960



Clemens August Graf von Galen (geboren am 16. März 1878 in Dinklage, gestorben am 22. März 1946 in Münster, Westfalen).
Ab 1933 Bischof von Münster, trat entschieden gegen die Rassen- und Kirchenpolitik der Nationalsozialisten auf. 1946 wurde er zum Kardinal erhoben.

Heigelinstraße

benannt 1975

Karl Ludwig Heigelin (geboren 1776, gestorben 1804) Kanzleiadvokat.
1799 bis 1804 erster bürgerlicher Eigentümer des Fasanenhofs.

Holteiweg

benannt 1960



Karl von Holtei (geboren am 24. Januar 1798 in Breslau, gestorben am 12. Februar 1880 in Breslau), Schriftsteller und Schauspieler.
Holtei war 1837 bis 1839 Theaterdirektor in Riga und schrieb neben zahlreichen Theaterstücken schlesische Gedichte, Romane ums Theater und eine achtbändige Autobiographie.

Janusz-Korczack-Weg

benannt 1980


Janusz Korczack, eigentlich Henryk Goldszmit (geboren am 22. Juli 1878 in Warschau, gestorben 1942 im KZ Treblinka), Kinderarzt und Schriftsteller.
Korczack leitete in Warschau ein jüdisches Waisenhaus und ein Kinderheim für verwahrloste und verwaiste Arbeiterkinder, seit der deutschen Besatzung ein Heim im Warschauer Ghetto. Korczack begleitete freiwillig einen Kindertransport ins Vernichtungslager Treblinka. 1972 erhielt er posthum den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Kurt-Schumacher-Straße

benannt 1960



Kurt Schumacher (geboren am 13. Oktober 1895 in Culm/Westpreußen, gestorben am 20. August 1952 in Bonn), Politiker.
Als Soldat verlor Schumacher im Ersten Weltkrieg einen Arm. Er studierte Jura und Nationalökonomie, schloss das Studium mit der Promotion ab und wurde 1918 Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats. Ab 1920 war er Redaktionsmitglied bei der sozialdemokratischen „Schwäbischen Tagwacht“ in Stuttgart. 1924 bis 1931 gehörte Schumacher dem Landtag an. Seine Artikel und Reden waren eine scharfe Abrechung und Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Nazismus. 1930 wurde er in den Berliner Reichstag gewählt. Auch dort fiel er durch seine kämpferischen Reden schnell auf. Er sagte, der Nationalsozialismus sei der „Appell an den inneren Schweinehund im Menschen“. Nach Hitlers Machtergreifung konnte er nur wenige Monate in der Illegalität politisch wirken. Im Juli 1933 wurde er verhaftet. Über zehn Jahre lang dauerte sein Leidensweg durch verschiedene Konzentrationslager. Im September 1944 wurde er, körperlich ruiniert, endgültig entlassen. Nach 1945 wurde er der unumstrittene Führer der SPD in der Bundesrepublik, im Mai 1946 zum Vorsitzenden gewählt. Er widersetzte sich entschieden einer Vereinigung von SPD und KPD. Die Adenauer´sche Politik der Westintegration der Bundesrepublik lehnte Schumacher aus einer nationalstaatlichen Orientierung heraus ab. Sein Leitbild war die Wiederherstellung der nationalen Einheit in einer freiheitlich-demokratischen Verfassung. Die Leitsterne seiner politischen Arbeit waren „sein Gerechtigkeitsgefühl, seine demokratische Überzeugung und sein Wille, dem deutschen Volk einen Platz unter den freien Völkern in voller Gleichberechtigung zu erkämpfen“, so Erwin Schoettle in einem Nachruf.