Strassennamen

Lilo-Herrmann-Weg

benannt 1971



Lilo (Liselotte) Herrmann (geboren 1909 in Berlin, hingerichtet am 20. Juli 1938 in Plötzensee), Widerstandskämpferin gegen das Naziregime.
Lilo Herrmann studierte 1929 bis 1931 Chemie qan der Technischen Hochschule Stuttgart, gehörte dem Kommunistischen Jugendverband an und lebte in Stuttgart, nachdem sie 1933 von der Berliner Universität relegiert worden war. Sie war im Widerstand der KPD im Untergrund aktiv. Sie arbeitete zuletzt als Stenotypistin im Ingenieurbüro ihres Vaters. Josef Steidle, KPD-Mitglied und maßgeblicher Leiter der Untergrundaktivitäten, übergab ihr die Kopie des Lageplans einer Munitionsanlage in der Nähe von Celle. Sie versteckte diese in ihrem Zimmer hinter dem Spiegel. 1935 wurde Lilo Herrmann von einem Spitzel denunziert; die Polizei fand den Plan und verhaftete sie am 11. Februar 1936. In einem geheim gehaltenen Prozess vom 8. bis 11. Juni 1937 wurde sie vom zweiten Senat des Stuttgarter Volksgerichtshofs wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Es war das erste politische Todesurteil gegen eine Mutter im nationalsozialistischen Deutschland – Lilo Herrmann hatte einen vierjährigen Sohn. Ein Stuttgarter Häftling floh nach seiner Entlassung in die Schweiz und verbreitete die Nachricht. Daraufhin erhob sich in Westeuropa und Skandinavien ein Sturm des Protestes. Auch in Deutschland wurden Flugblätter verteilt, die eine Begnadigung forderten. Hitler lehnte ihr Gnadengesuch ab. Am 20. Juli 1938 wurde Lilo Herrmann, unter anderem mit Josef Steidle, in Berlin-Plötzensee hingerichtet.