Strassennamen

Kurt-Schumacher-Straße

benannt 1960



Kurt Schumacher (geboren am 13. Oktober 1895 in Culm/Westpreußen, gestorben am 20. August 1952 in Bonn), Politiker.
Als Soldat verlor Schumacher im Ersten Weltkrieg einen Arm. Er studierte Jura und Nationalökonomie, schloss das Studium mit der Promotion ab und wurde 1918 Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats. Ab 1920 war er Redaktionsmitglied bei der sozialdemokratischen „Schwäbischen Tagwacht“ in Stuttgart. 1924 bis 1931 gehörte Schumacher dem Landtag an. Seine Artikel und Reden waren eine scharfe Abrechung und Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Nazismus. 1930 wurde er in den Berliner Reichstag gewählt. Auch dort fiel er durch seine kämpferischen Reden schnell auf. Er sagte, der Nationalsozialismus sei der „Appell an den inneren Schweinehund im Menschen“. Nach Hitlers Machtergreifung konnte er nur wenige Monate in der Illegalität politisch wirken. Im Juli 1933 wurde er verhaftet. Über zehn Jahre lang dauerte sein Leidensweg durch verschiedene Konzentrationslager. Im September 1944 wurde er, körperlich ruiniert, endgültig entlassen. Nach 1945 wurde er der unumstrittene Führer der SPD in der Bundesrepublik, im Mai 1946 zum Vorsitzenden gewählt. Er widersetzte sich entschieden einer Vereinigung von SPD und KPD. Die Adenauer´sche Politik der Westintegration der Bundesrepublik lehnte Schumacher aus einer nationalstaatlichen Orientierung heraus ab. Sein Leitbild war die Wiederherstellung der nationalen Einheit in einer freiheitlich-demokratischen Verfassung. Die Leitsterne seiner politischen Arbeit waren „sein Gerechtigkeitsgefühl, seine demokratische Überzeugung und sein Wille, dem deutschen Volk einen Platz unter den freien Völkern in voller Gleichberechtigung zu erkämpfen“, so Erwin Schoettle in einem Nachruf.