Auszug aus der Empfehlung, den kompletten Text entnehmen Sie bitte dem Anhang:

FAZIT 

Das Vorhaben der Nachverdichtung im Bereich des Ehrlichwegs und der städtischen Fläche, stößt bei den Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort auf größte Skepsis bis absolute Ablehnung. Diese ließen sich während des Beteiligungsverfahrens nicht abbauen. 

Die Empfehlung der beteiligten BürgerInnen lautet, keine Nachverdichtung in Ehrlichweg (mit Ausnahme der städtischen Fläche), Kurt-Schumacher-Straße, Sautterweg und Giescheweg vorzunehmen! 

Die Teilnehmer haben sich intensiv in den ersten beiden Planungswerkstätten mit baulichen Maßnahmen auseinander gesetzt. Nach reiflicher Überlegung haben sie sich aber entschlossen, der Bürgerempfehlung keine Hinweise für das Wettbewerbsverfahren beizufügen. 

Eine ergänzende Bebauung ist zwar für den Fasanenhof nicht undenkbar, allerdings nur als Bestandteil eines umfassendes Konzepts der für den Fasanenhof angemessenen Weiterentwicklung. Grundlage jeden weiteren Vorgehens sollen die 15 Grundsätze sein, die die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger in intensiver und konstruktiver Diskussion während der Planungswerkstätten erarbeitet haben. 

Im Rahmen des umfassenden Konzepts sollen alternative städtische Flächen als zu bebauenden Flächen geprüft werden. Darunter befindet sich auch z.B. die städtische Fläche im Ehrlichweg. Die dort geplante Nutzung als Flüchtlingsunterkunft soll den Zeitraum von maximal 10 Jahren nicht überschreiten. 

Den Bewohnerinnen und Bewohnern des Fasanenhofs sollen im Rahmen einer weiteren Informations- und Dialogveranstaltung Rückkopplung gegeben werden, wie die Bürgerempfehlung von Verwaltung und Planungsbüros berücksichtigt wurde. 

Die Bürgervertreter/innen nehmen als sachkundige Bürger an den Terminen späterer Wettbewerbsverfahren teil. 

GRUNDSÄTZE für jedes weitere Vorgehen 

Die 15 Grundsätze sind als zusammengehörend zu betrachten. Es ist nicht im Sinne der Bürgerempfehlung, einzelne dieser Grundsätze aus dem Kontext zu nehmen. 

1. Nachverdichtung muss so erfolgen, dass die Grünflächen erhalten werden. Wegfallende Grünflächen müssen in gleichem Umfang und zumindest gleicher Qualität neu geschaffen werden. 

2. Der Baumbestand ist möglichst umfassend zu erhalten. Der Mammutbaum ist unantastbar. Die reiche Flora und Fauna und das Mikroklima dürfen nicht beeinträchtigt werden. 

3. Eine Neubebauung soll vorrangig auf bereits versiegelten Flächen erfolgen. 

4. Mit einer Nachverdichtung muss die Verbesserung der Wohnqualität auf dem Fasanenhof insgesamt verbunden sein. 

5. Das Architekturprinzip, bestehend aus Reihenhäusern, usw. in Kombination mit großen Grünflächen und beste möglicher Besonnung der Wohnungen, muss für den Fasanenhof berücksichtigt und erhalten bleiben. 

6. Auf kreative und innovative Bauweisen ist zu achten. 

7. Keine Nachverdichtung ohne die Berücksichtigung der sozialen Belange des Fasanenhofs! Nachverdichtung muss einhergehen mit einer nachhaltigen Aufwertung der sozialen Infrastruktur sowie des sozialen Miteinanders und Gemeinwesens. Bereits zu Beginn der Planungsphase, ist ein konkreter Ansprechpartner in der Stadtverwaltung für die sozialen Belange zu benennen. 

8. Die Erfolge der Sozialen Stadt sind zu erhalten und ihre Ziele weiterzuverfolgen. 

9. Soziale Einrichtungen sollen dort baulich umgesetzt werden, wo ein sozialer Handlungsbedarf im Umfeld bereits erkennbar ist. 

10. Preisgünstiges Wohneigentum für junge Familien muss Bestandteil einer Nachverdichtung sein! (z.B. Kettenreihenhäuser mit kleinem Garten) 

11. Die Nachverdichtung muss ein ausgewogenes Verhältnis an Wohnraum sowohl für Menschen mit geringerem Einkommen als auch für mittlere bis höhere Einkommen schaffen. Gerade von Letzteren erwartet man ein deutliches höheres soziales Engagement sowie eine Steigerung der Kaufkraft, nicht zuletzt für die Läden am neu gestalteten Europaplatz. 

12. Barrierefreier Wohnraum ist in ausreichendem Maß herzustellen - bei sinnvollem Verhältnis zu den Kosten. 

13. Die angespannte Verkehrs- und Parkierungssituation im Bereich Ehrlichweg und im Fasanenhof insgesamt, ist im Zuge einer ergänzenden Bebauung zu verbessern. 

14. Während der Bauphasen würden Garagen und Stellplätze wegfallen, es ist rechtzeitig für den Bau von Tiefgaragen/Ersatzstellplätzen Sorge zu tragen. 

15. Keine Nachverdichtung ohne Lärmminderungsmaßnahmen! Die Stadt wird aufgefordert, sich mit Nachdruck für Lärmminderungsmaßnahmen (Überdeckelung der A 8) einzusetzen. Auch der Ausbau der Nord-Südstraße ist durch Lärmminderungsmaßnahmen zu begleiten.

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